Dieses Jahr feiern wir

und geben alles, um das Jubiläum zu einem Fest werden zulassen.


Der Gesangverein „Jugendmut“ hat schon einiges erlebt – Chronik unseres Gesangvereins „Jugendmut“ – und fand 2014 einen größeren Umbruch, als ein Generationswechsel in Form des Chorleiters, Vorstands und Stammchor stattfand.

Geschäftsführender Vorstand:

  • Bernhard Schmidt (1. Vorsitzender)
  • Lony Wallenfels (2. Vorsitzende)
  • Mary Spielmann (1. Rechnerin) und
  • Michael Pflügl (1. Schriftführer) vertreten.

weitere Vorstandsmitglieder:

  • Eileen Wallenfels (2. Rechnerin)
  • Urula Ranf (2. Schriftführerin)

Zusammenfassung der Chronik
Gesangverein „Jugendmut“ Geilshausen 1876 e.V.

Gründung und frühe Geschichte (1875–1902)

Der Verein wurde 1875 mit 13 Mitgliedern gegründet, vermutlich als Nachfolger eines Singvereins von ca. 1848. Erster Dirigent war Lehrer Ziegler. Das Fest der Fahnenweihe 1876 brachte durch viele jugendliche Neumitglieder den heutigen Namen „Jugendmut“. Die Fahnenweihe wurde als offizielles Gründungjahr 1876 festgelegt, die rote Fahne ist noch in unserem Besitz. 

Ein erbitterter Gemeindewahlkampf 1898 spaltete den Verein fast, sodass das 25-jährige Jubiläum erst 1902 (verspätet, mit nur noch 17 Sängern) gefeiert werden konnte. Das Ausrichten des erfolgreichen Festes mit nur 17 Mitglieder bewies echten „Jugendmut“ und erhöhte die Anzahl der aktiven Sängerinnen und Sänger 30. 

Im Jahr 1907 trat der Verein dem neugegründeten Lumdatalsängerbund bei. Mit Lehrer Ziegler aus Kesselbach übernahm die Dirigentschaft des Vereins. Mit Ihm kehrte neues Leben in den Verein ein, sodass am Sängertreffen und Staufenberg und Treis teilgenommen wurde. 1913 fand zu Geilshausen sogar das Bundessängertreffen an der Eiche statt.

Die beiden Weltkriege als Einschnitte

Beide Weltkriege unterbrachen die Vereinstätigkeit massiv: Im Ersten Weltkrieg rückte die Hälfte der Sänger ein, ein Drittel kehrte nicht zurück. 1919 wurde der Singstundenbetrieb mit den aus dem Krieg zurückgekehrten und Jugendliche über 18 aufgenommen. 1927 feierte der Verein am 5. Juli sein 50-jähriges Bestehen mit einem Wertungssingen des Lumdatalsängerbundes. 1932 veranstaltete der Verein ein Wertungssingen in Geilshausen.

1933 wurde der Lumdatalsängerbund aufgelöst und der Verein wurde dem Ohm-Lumdatal-Sängerbund angegliedert. Bis 1939 nahm der Verein an Wertungssingen teil und im Mai 1937 fand ein Wertungssingen in Geilshausen statt und wurde mit einer Maifeier am Melmeswald abgerundet

Im Zweiten Weltkrieg ruhte der Betrieb erneut sechs Jahre. Viele Mitglieder fielen oder wurden vermisst, und beim Einmarsch der Amerikaner 1945 verbrannten auf nicht erklärliche Weise sämtliche Vereinsakten.

Wiederaufbau und Wachstum in der Nachkriegszeit

Nach dem Krieg war per Verordnung den Vereinen jegliche Tätigkeit untersagt. 1945 gründete die begabte Musiklehrerin Frau Nettelbeck einen, für die Kirche singenden, Frauenchor, dem auch später Männer beitraten. Dieser Kirchenchor entwickelte sich alsbald zu einem beachtlichen Klangkörper und gab jedes Jahr ein Konzert im Saale Hofmann und sang immer zu kirchlichen Anlässen. 

Im Januar 1947 trafen sich alte und junge Sänger in der Gastwirtschaft Henkel, um den Verein neu ins Leben zu rufen. Nach Bestimmung der Militärregierung musste der Vorstand neu gewählt werden und durch die Spruchkammer genehmigt werden, die Sängertätigkeit konnte leider erst im Dezember 1947 aufgenommen werden.

Die Sängerzahl wuchs stetig und so konnte 1950 unter Mitwirkung des Männer- und Schülerchors, sowie dem Philharmonischen Orchester Marburg ein Konzert unter dem Motto „Ewigkeit und Zeitlichkeit“ veranstaltet werden. 

Ein Meilenstein war 1950 der fast geschlossene Beitritt des von Frau Nettelbeck geleiteten Kirchenchores mit 40 Sängerinnen. Das 75-jährige Jubiläum 1951 war mit Gedenkfeier, Musik- und Chorvorträgen, sowie großem Festzug ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte; der Chor zählte damals rund 100 aktive Sängerinnen und Sänger. Am nächsten Tag nahm der Verein mit 3 Chorgruppen am Bundeswertungssingen des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes mit Erfolg teil. Am Nachmittag fand ein Festzug durch die Ortsstraßen statt, um im Anschluss auf dem Schulplatz zwei Massenchöre zu singen. Der darauffolgende Montag begann mit Frühschoppen und Konzert auf dem Festplatz. Auch nachmittags bewegte sich wieder ein humoristischer Festzug durch die Straßen, der viel Freude machte. Mit Belustigung und Tanz ging dieses Jubiläumsfest mit einem harmonischen Verlauf in die Geschichte des Vereins ein.

Kulturelle Erfolge und Verbindungen

Durch die Empfehlung des am 30.07.1957 von Bürgermeister und Gemeindevertretern in den Ruhestand geschickte Herrn Roth über Herr Bernhard Emetz aus Gießen, ein zielstrebiger und für gute Chormusik eingestellter Dirigent die musikalische Leitung. Bei den Wertungssingen, die Jahr für Jahr besucht wurden, auch zeitweise Bundesleistungssingen, wurden mit sehr guten Leistungen teilgenommen. Am 25.6.1966 gab der Verein aus Anlass seines 90. Geburtstages ein großes Jubiläumskonzert im Saale Hofmann, wobei auch die unter der Leitung von Herrn Emetz stehenden Vereine aus Krofdorf und der Volkschor Gießen, teilnahmen. 

Der Chor erzielte zahlreiche Auszeichnungen bei Wertungs- und Bundesleistungssingen (u. a. Klassensieger 1981, Teilnahme an den Hessischen Chortagen 1982, Sendung im Hessischen Rundfunk). Besonders die seit 1993 gepflegte Partnerschaft mit dem Gesangverein aus Rabenau/Sachsen sowie diverse Konzertreisen und die Robert-Stolz-Gala 1991 zeigen die überregionale Ausstrahlung. Zugleich zieht sich als wiederkehrendes Thema die Sorge um fehlenden Nachwuchs durch die gesamte Chronik.

Umbruch und Corona

2014 trat der bisherige Vorstand mit Chorleiter geschlossen zurück und es wurde nach langer Suche ein komplett neuer Vorstand gewählt. Zusammen mit dem Chorleiter löste sich der Stammchor aus Altersgründen auf. Nur wenige Sänger:innen stellten sich der Herausforderung des neuen, nicht deutschsprachigen Liedgutes, dass im „Jungen Chor“ Celebration gesungen wurde. Wie bei vielen Vereinen jedweder Gattung war die Corona-Zeit eine besondere Herausforderung, gerade für Vereine, die nicht im Freien agieren. Der Gesangverein überstand diese Zeit mit viel Aufwand u.a. Masken tragen beim Gang zu Sitzplatz, Sänger:innen-abstand von 3m in alle Richtungen und einem in die Zeit fallenden Chorleiterabgang. Die Suche nach einem neuen Chorleiter war sehr aufwendig und kommunikationsintensiv, mit vielen Gesprächen und Anzeigen u.a. im Chorspiegel und  wurde glücklicherweise mit Mathias Steyh 2021 innerhalb des Vereins erfolgreich abgeschlossen. Seit dieser Zeit erneuerte sich der Sängerschaft durch 2 Projektchöre und einige Auftritte. Der neue Chor hat sich im Jubiläumsjahr den Namen „Haste Töne“ gegeben und möchte mit seinem abwechslungsreichen Liedgut sowie frischen Konzertformen, z.B. gemeinsam mit den Bläserfreunden Geilshausen, die Zuhörer begeistern.